Manchmal möchten Leser etwas über die Autorin eines Buches wissen. Mir geht es oft genauso. Deshalb erzähle ich hier ein wenig von mir.

Meine Geschichten sind spannend (hoffe ich). Autorin zu sein ist es nicht. Es bedeutet, viel Zeit allein und voller Selbstzweifel vor einem blinkenden Cursor zu verbringen.

Foto: Portrait Pohl

Bereits im Grundschulalter erlag ich der Faszination, dass 26 Buchstaben unendlich viele Geschichten hervorzaubern können. Die wenigen Male als Kind vor dem Fernseher (drei Programme und viel Schnee) inspirierten mich meistens nur dazu, mir selbst eine Geschichte auszudenken.

Meine Ausbildung zur Schriftsetzerin gefiel mir ausgesprochen gut. Schließlich gab es um mich herum haufenweise Manuskripte, Fotos und sogar noch Bleibuchstaben. Ich war in meinem Element. Auch war es toll, bei den ersten Schritten dabei gewesen zu sein, Drucksachen am PC zu erstellen. Zuerst war alles recht holperig, mit abenteuerlichen Geräten wie Diatype und dem täglichen Laden der Schriften mit einer Floppy-Diskette. Innerhalb weniger Jahre explodierte diese Entwicklung. Berufe wie Schriftsetzer, Druckvorlagenhersteller, Druckformhersteller und Reprograf vereinten sich zum heutigen "Mediengestalter".

Der Beruf Schriftsetzerin kam meinem Traumberuf Schriftstellerin zumindest buchstabenmäßig recht nahe. Trotzdem rückte das Schreiben immer wieder in den Hintergrund. Verschiedene Kampfsportarten, Tauchen und Reisen in exotische Länder waren mir eine Zeitlang wichtiger. Als ich selbst Mutter von zwei Töchtern wurde, musste ich mir oft Geschichten aus dem Stegreif ausdenken. Das hat mich veranlasst, wieder selbst zum Stift bzw. zur Tastatur zu greifen.

Der Schreibworkshop bei dem Schriftsteller Andreas Liebert ermutigte mich, weiter-
zuschreiben. Dort lernte ich auch Gleichgesinnte kennen, aus denen sich die Lüneburger Autorengruppe "Worteweber" bildete.

Übrigens... Wer glaubt, Wegelagerer gab es nur in ferner Vergangenheit, der irrt. Mich springen sie ständig an, in Form von Ideen, erwischen mich in den unmöglichsten Augenblicken. Am Gemeinsten ist es, wenn ich gerade kein Notizbuch zur Hand habe...

Das Schreiben eines Romans, der mit einer klitzekleinen Idee beginnt, ist dann wieder eine ganz andere Geschichte...